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Justin Cartwright
Das Geld anderer Leute
Bloomsbury
349
Seiten
|
gebunden | 22,90 EUR
Das Geld anderer Leute liegt auf der Bank
Im
neuen Roman
des Briten Justin Cartwright liegt es auf der kleinen, feinen, so
traditionsreichen wie snobistischen englischen Privatbank Tubal
&
Co., mitten im Bankenviertel der Londoner City.
Sir
Harry
Trevelyan-Tubal, der Seniorchef, hat sich im Alter nach Antibes in
seine schicke Mittelmeervilla zurückgezogen, umsorgt von seiner
langjährigen Privatsekretärin. Seine Frau Fleur vergnügt sich
in
London heimlich mit einem Rugby-Spieler. Julian, der Sohn, leitet jetzt
die Bank und hat sich mit einem Hedge-Fonds dramatisch verspekuliert.
Geschönte Bilanzen
Die Bank ist
kurz vor der Pleite,
Julian plant heimlich den Verkauf. Sir Harry darf nicht davon erfahren,
die Bank ist immerhin 300 Jahre alt. Und dem potenten Kunden, einer
US-amerikanischen Großbank, muss man unbedingt ein gesundes Unternehmen
präsentieren.
Riesige Summen werden verschoben,
die Bilanzen
geschönt. Fleurs Ex-Ehemann Artair MacCleod, ein verkrachter
Theatermann in Cornwall, erhält plötzlich sein gewohntes Stipendium aus
der Tubal-Familienstiftung nicht mehr. Die Presse wird aufmerksam. Ein
mysteriöser Informant meldet sich mit Insiderwissen. Der Deal mit den
US-Bankern ist bedroht. Aber als Direktor eines renommierten Bankhauses
hat Julian gute Beziehungen, bis in Regierungskreise hinein. Mit alldem
wird deutlich: Liebe Leser, macht euch keine Illusionen, was die
Perspektiven zur Lösung der gegenwärtigen Banken- und Finanzkrisen
angeht!
Gesellschaftsroman mit Thriller-Spannung
Das
Geld
anderer Leute ist ein brillant konstruierter Gesellschaftsroman, er
verknüpft den Niedergang einer Familie mit Banken-Ethos und
Thriller-Spannung. Wie schon im Vorgänger (Das Glücksversprechen, 2006)
entwickelt Justin Cartwright seine Romanhandlung mit Humor,
Differenziertheit und Empathie. Man spürt: dieser Autor mag die
Figuren, die er erfindet. Er kann sich wunderbar in sie hineindenken.
Sie sind unsicher, habgierig, skrupellos, sie sind desorientiert,
komisch und liebenswert, kurz: widersprüchlich wie lebendige
Menschen. Ganz großes Kino! Vielen Dank, Mr. Cartwright.
Gabi
von Alemann
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