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Buchtipps

Sie arbeiten als Lehrerin, Bankerin, Putzfrau, Kulturschaffende … Zwölf unangepasste, oft diskriminierte, zornige Frauen unterschiedlicher Hautfarben, lesbisch, hetero oder trans, zwischen 19 und 93 Jahren alt, sind auf der Suche nach Geschlecht, Identität und einem Platz in der Welt.

Dora ist Großstadt und Lockdown entflohen. Die Wohnung in Berlin mit ihrem Freund Robert wurde im Home-Office immer kleiner, der Klimaaktivist Robert immer verbissener. Nun hat sie ein Haus in einem abgelegenen Brandenburger Dorf gekauft und versucht, Gefallen an der Gartenarbeit und dem Gassigehen mit ihrem Hund zu finden. Da guckt plötzlich ein kahlgeschorener Schädel über den Nachbarszaun und spuckt unfreundliche Worte aus …

Dieses schmale Buch hat mich absolut bezaubert. Zwölf internationale Flüge, zwölf Geschichten von Menschen in besonderen Lebenslagen verbinden sich zu einem Ganzen, zu einer Reise rund um den Erdball. Menschen treffen Menschen, aus einer flüchtigen Begegnung, einer Nebenfigur wird in der nächsten Geschichte, nach dem nächsten Flug eine Protagonistenrolle, und wir erleben Sorge und Trauer, Armut, Gewalt und Diskriminierung, aber auch Glück, späte Einsicht und tröstliches Es-geht-immer-weiter.

Schon seit der Schulzeit steht Andreas im schatten des überaus gutaussehenden, weltgewandten, erfolgreichen Erik, der obendrein auch noch Kontakt zu der von Andreas so sehr verehrten Schauspielerin Hélène hat. Die würde Andreas auch gern kennenlernen. Dann kommt die Gelegenheit, und Erik ist nicht da ... amüsant, lebensnah und herrlich trockenhumorig.

Horst Evers beobachtet seine Mitmenschen (also uns!) grundsätzlich mit beneidenswerter Gelassenheit und äußerst entspanntem Humor.

Thriller und Familienroman zugleich! Anfang der 60er Jahre gehen deutsche Altnazis als Ingenieure nach Ägypten. Präsident Nasser braucht ihr Know-how für den Raketenbau. Die junge Rita H.

Elegant, facettenreich und mit hintergründigem Humor präsentiert uns Julian Barnes ein Porträt der Pariser Belle Époque und ihrer Protagonisten aus Adel, Kunst, Literatur – und mittendrin Dr. Samuel Pozzi, der „immer dabei“ war, ob als (Mode-)Arzt, Freidenker, Reformer, als Lebemann und Kunstkenner, Freund und Weggenosse französischer und britischer Dandys, Snobs und Exzentriker. Ein bestens recherchiertes Zeitgemälde mit erstaunlichen Parallelen zur Gegenwart. Wir finden: Mr.

Anne Weber hat eine ganz und gar ungewöhnliche Form für ihr „Heldinnenepos“ gewählt. In Versen ohne Reimzwang und falschen Muff erzählt sie das Leben der heute 95jährigen Bretonin Annette Beaumanoir, Résistance-Veteranin und Kommunistin, die jüdische Jugendliche rettete und noch 1959 für ihr Algerien-Engagement ins Gefängnis ging. Heute gilt sie als lebendiges Beispiel dafür, wie wichtig es ist, ungehorsam zu sein. Wir gratulieren der Autorin zum hochverdienten Deutschen Buchpreis!

Der neue Fall für den Babylon-Berlin-Ermittler Gereon Rath führt mitten in das Jahr der Olympischen Spiele in Berlin. Rath hat private Olympia-Touristen zu Hause zu Besuch, seine Frau ist sauer – und er soll in einem Todesfall im olympischen Dorf ermitteln. Die Nazi-Machthaber verdächtigen die Kommunisten, die Spiele zu sabotieren; die SS verhört brutal einen Verdächtigen, da geschieht ein weiterer Mord … Volker Kutschers Zeitkolorit ist einfach umwerfend.

Ein neuer topaktueller Politkrimi von Wolfgang Schorlau. Georg Dengler wird von Stuttgart nach Berlin gerufen, um einer Freundin zu helfen: Der Bauunternehmer und Immobilienhai Kröger will eine Kita abreißen und Mieter rausekeln, um in Kreuzberg ein schickes teures Townhouse zu bauen. Klar, dass die Bewohner*innen sich wehren, und Dengler und Olga sind plötzlich mittendrin im Kampf um das Recht auf Wohnen. Dann fällt ein Spekulant vom Dach eines der umkämpften Häuser … Hochspannung garantiert!